Fuchs: "Das ist und bleibt unspektakulär"


Der Linksverteidiger war erstmals seit zwei Monaten in Österreich und spricht über seinen Rücktritt aus dem Team, die Titelchancen von Leicester und die Premier League.


Ende Juni gab es nach dem EM-Aus noch einen verspäteten Knalleffekt: Teamkapitän Christian Fuchs beendete mit knapp 30 Jahren seine Teamkarriere. Was wurde nicht alles gemunkelt und spekuliert. Noch jetzt, fast 50 Tage später, will er keine Fragen zu seinem Rücktritt gestellt bekommen.


KURIER: Warum wollen Sie nicht mehr übers Team reden?

Christian Fuchs: Weil ich alles gesagt habe, weil sich nichts geändert hat. Das ist und bleibt unspektakulär.



Weil Sie nicht wegen irgendwelcher Querelen aufgehört haben, sondern aus privaten Gründen?

Genau. Ich versuche, in der wenigen Freizeit meine Familie in den USA zu besuchen, damit sie nicht immer zu mir kommen müssen. Und ich habe auch sonst genug zu tun, wenn sie nicht da sind. Nach dem Training komme ich, raste mich etwas aus und arbeite dann bis in die Nacht. So ein Fußballcamp hat acht Monate Vorlaufzeit.



Sind solche Camps Ihre Leidenschaft?

Ja. Aber auch mein Leiden. Die USA, Österreich und nächstes Jahr vielleicht auch England. Da muss man nicht nur organisatorisch alles auf die Reihe bringen, da muss man sich auch viel mit den länderspezifischen Unterschieden beschäftigen.

Wird in Leicester den Meisterspielern jetzt mehr Aufmerksamkeit zuteil?

Ich war zwar erst ein Mal in der Stadt. Wünsche nach einem Foto oder einem Autogramm gab es öfters als vorher. Aber meist bleibt es im Rahmen, die Fans sind zumeist sehr diszipliniert.



Zumeist?

Es ist passiert, dass auf einmal ein Handy aus einem vor mir fahrenden Autogehalten und ein Selfie mit mir im fahrenden Auto gemacht hat. Einmal hatte ich auch das Gefühl, dass mir jemand bis nach Hause nachgefahren ist.

Das liegt vielleicht am auffälligen blauen Auto, das Ihr Klubchef den Meisterspielern geschenkt hat.


Ziemlich sicher sogar.


Leicester spielt erstmals in der Champions League. Ist die Vorfreude groß?

Der Klub hat für die Vorbereitung bewusst starke Gegner ausgesucht. Wir haben gegen Paris 0:4 verloren, gegen Barcelona 2:4. Da wurde uns schon ein Klasseunterschied aufgezeigt. Ich traue mich zu sagen, dass wir noch auf einem anderen Level sind.


Wird die Saison durch die Doppelbelastung Meisterschaft und Champions League nicht noch schwieriger?